Liebe versus Anerkennung

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Liebe erfahren die meisten von uns zuerst durch die Mutter, die uns auf die Welt bringt. Sie knüpft keinerlei Bedingungen an ihre Liebe und wir genügen ihr so, wie wir sind, obgleich wir noch überhaupt nichts können und sogar ständig voller Bedürfnisse sind. Selbstverständlich empfinden auch Väter Liebe zu ihren Nachkommen, doch häufig mischt sich in unserer patriarchalen Welt sehr bald etwas anderes hinein, eine Art Erwartungshaltung, ein Druck bestimmten Wertmaßstäben zu entsprechen. Es wird verglichen und bewertet, korrigiert und kritisiert. Die Antwort des Kindes darauf ist oft Ehrgeiz, oder auch das intensive oder auch nur vage Gefühl nicht zu genügen, nicht vollkommen zu sein und sich für seine (scheinbare) Unvollkommenheit schämen zu müssen. Krankmachende Gefühle, deren kurzfristiges Gegengift immer wieder die Anerkennung ist. Doch wirkt das Gegengift nur kurz. Schon bald sind die krankmachenden Gefühle wieder da. Es entsteht eine ständige Abhängigkeit, denn unser Selbstwert ist nun Erfolgs-und Anerkennungsabhängig. Doch wo ist zwischen all dem die anfängliche Liebe der Mutter geblieben?

Bedingungslose Liebe wird in unserer patriarchalen Welt als wenig wertvoll erachtet, da sie ja nichts kostet. Aber nur, was etwas kostet, kann im Wertesystem der patriarchalen Welt auch etwas wert sein. Anerkennung hingegen kostet uns viel. Sie kostet uns Mühe, Würde und Lebendigkeit:

  • Sie kostet uns die Mühe sich ständig zu verbiegen, Dinge zu tun, die man eigentlich nicht will und zu werden, wie man eigentlich nicht ist.
  • Sie kostet uns die Würde sich ständig demütigen zu lassen, indem wir ständig bewertet und mit anderen verglichen werden.
  • Sie kostet uns Lebendigkeit, weil die Lebensenergie durch das Verbiegen, Verleugnen & Ertragen von Demütigungen verbraucht wird („emotionale Panzerung“).

Wir lernen also schon recht früh Anerkennung der Liebe vorzuziehen und erst spät ahnen wir, dass wir dabei ganz fürchterlich betrogen wurden. Das Lechzen nach Anerkennung, auch die Anerkennung unserer selbst vor unserem eigenen kritischen Auge machen uns krank. Die verlorene Selbstachtung und Selbstliebe bringt uns ein Leben lang ins wanken, lassen uns fürchterlich ermüden und schnell altern. Ebenso projizieren wir unser Inneres auf die Außenwelt,wir bewerten und verurteilen und nutzen Anerkennung als Machtmittel, indem wir diese entziehen oder sparsam dosiert gewähren. Dabei schrumpfen unser Herz und unsere Liebesfähigkeit.

Anerkennung ist ebenso wenig nachhaltig wie unsere patriarchale Welt, da sie gebunden ist an zu erbringende Leistung und an zu erbringende Opfer. Liebe hingegen ist nachhaltig. Sie ist gleichsam einer Form von Energie. Sie ist frei und sie fliesst. Liebe kann man weder speichern noch anhäufen. Die Liebe, die man erhält, gibt man weiter bzw. wieder zurück. Tut man es nicht, versiegt der Fluß der Liebe. Insofern ist Liebe etwas vollkommen Reines, frei von Manipulation, Täuschung oder egoistischen Motiven. Liebe kann auch nur dann fließen, wenn man beginnt sich selber zu lieben, sonst kann die Liebe nicht durch uns hindurch fliessen und wir können sie auch nicht weitergeben. Man kann andere nur dann wirklich lieben, wenn man eine gute Beziehung zu sich selber hat, sich also selber liebt. Liebt Euch selbst und ihr werdet geliebt werden und Liebe für alle anderen empfinden können.

Herzlichst,

Euer Anatol

(c) by Robert Anatol Stein, 2013

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Über anatolstein

Robert Anatol Stein, Dipl.-Ing. (BA), Systemischer Coach, Systemischer Körperpsychotherapeut, http://www.dreistattdry.de, Mitglied bzw. Unterstützer von: MatriaVal e.V., Greenpeace, World Vision, Avaaz.org, Paladins.eu, MatriaSys.de, DreiStattDry.de
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