Die pervertierte Evolution

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Heute Morgen habe ich in den Nachrichten einen Bericht über Verkehrsunfälle gesehen, die durch Wildwechsel auf Deutschlands Straßen ausgelöst werden. Es ist gerade Paarungszeit und „liebestolle“ Tiere wechseln unerwartet die Fahrbahn. Es wurden eindrucksvoll die Konsequenzen eines Zusammenpralls eines Fahrzeuges mit einem Rehbock und dessen Auswirkungen auf die Karosserie vor Augen geführt. Die unglaubliche offizielle Gegenmaßnahme: Es werden optische Warnanzeigen an den Straßenrändern der gefährdeten Gebiete aufgestellt und es wird systematisch der komplette Rotwildbestand eingefangen und jedes Tier mit einem Halsband mit Funksender versehen und wieder freigelassen.  Wenn sich nun ein mit dem Funksender ausgestattetes Tier der Straße nähert, werden die optischen Warnanzeiger an den Straßenrändern aktiviert. Dies würde zumindest kooperativen Autofahren erlauben, rechtzeitig die Geschwindigkeit zu reduzieren, so der Plan.

Ich werde gar nicht die Frage stellen, was mit den Tieren geschieht, die nicht mit Sendern ausgestattet wurden, oder was auf der Mehrzahl der Straßen geschieht, die nicht mit diesen Warnanzeigern ausgestattet sind. Auch werde ich nicht fragen, was geschieht, wenn die Stromversorgung der Sender zur Neige geht oder wenn sich die Tiere mit den Halsbändern an Ästen oder Zäunen verfangen.

Vielmehr werde ich fragen, warum die primäre, patriarchale Strategie immer wieder die ist, die Umwelt an menschliche Bedürfnisse anzupassen und nicht umgekehrt? Was für ein kurzsichtiger Wahnsinn! Immer wieder greifen wir partiell in genau ein Ursache-Wirkungs-Paar eines gigantischen, natürlich gewachsenen, genau ausbalancierten Klima- und Ökosystems ein und wundern uns, warum wir meist ganz an unerwarteter Stelle dafür fünf bis zehn neue, unerwünschte Symptome erzeugen! Wie wenig Respekt bringen wir unserer Lebensgrundlage entgegen und wie arrogant ist es zu glauben, all die entstehenden Folgeprobleme immer wieder in den Griff zu bekommen?

Viele dieser Eingriffe sind sogar wider besseren Wissens: Wir wissen, dass die rigorose Verwendung von Erdöl und die Abholzung des Regenwaldes unserem Weltklima den absoluten Todesstoß verleihen und dennoch tun die wenigsten etwas dagegen. Es wird weiter Benzin-Auto gefahren, Flugzeug geflogen. Bereits jetzt ist die Reise ins Verderben nahezu unwiderruflich. Wir selber spüren bereits die Folgen des Klimawandels und schon die Generation unsere Kinder und Enkel wird einem knallharten Überlebenskampf um Lebensraum und um knappe Ressourcen ausgesetzt sein.

Die matriarchale Geisteshaltung kennt diese Ignoranz nicht. Es ist ein Naturgesetz, dass man sich seiner Umwelt bestmöglich anpassen muss um zu überleben. Die ganze Evolution des Lebens ist auf diese Weise erfolgt. Erst das patriarchale System versucht dieses Naturgesetz zu pervertieren. Matriarchale Völker hingegen passen sich an ihre Umwelt an, nicht umgekehrt. Sie versuchen im Einklang und im Rhythmus der Natur zu leben und unserer Mutter Erde nur soviel zu entnehmen, wie einerseits unbedingt erforderlich ist und wie andererseits nachwachsen kann (Subsistenzwirtschaft).

Im anfänglichen Beispiel der Verkehrsunfälle mit Wildwechsel hätte dies bedeutet, dass man (wenn man schon motorisierten Individualverkehr überhaupt braucht)  zumindest an den Fahrzeugen technische Einrichtungen anbringt, die das Fahrzeug automatisch vor kreuzendem Wild und anderen beweglichen und unbeweglichen Hindernissen abbremsen. Hierzu kämen z.B. Dopplerradar- oder Wärmebildtechnik in Frage, deren Schutzwirkung sich nicht nur auf Kollisionen mit Wild, sondern auch mit Menschen oder anderen Fahrzeugen erstrecken würde. Die technischen Vorraussetzungen für solche Systeme sind mittlerweile längst vorhanden, jedoch wissen gewisse Lobbys solche Neuerungen seit langem effektiv zu verhindern…

Solange fahre ich lieber mit der Bahn oder dem Fahrrad und lasse unsere Wildtiere gefälligst in Ruhe, wenn Sie mich fragen.

Herzlichst,

Anatol Stein

(c) all rights reserved by Robert Anatol Stein, 2013

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Über anatolstein

Robert Anatol Stein, Dipl.-Ing. (BA), Systemischer Coach, Systemischer Körperpsychotherapeut, http://www.dreistattdry.de, Mitglied bzw. Unterstützer von: MatriaVal e.V., Greenpeace, World Vision, Avaaz.org, Paladins.eu, MatriaSys.de, DreiStattDry.de
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